Universität Osnabrück

Institut für Islamische Theologie


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Lehrprogramme und Bildungsaktivitäten

Lehrerfortbildung

Der niedersächsische Schulversuch „Islamischer Religionsunterricht“ findet derzeit an ca. 40 Standorten statt. Im Schuljahr 2007/2008 waren bereits über 1.400 Schülerinnen und Schüler angemeldet. Hierbei erteilen Lehrkräfte islamischen Glaubens Religionsunterricht im Umfang von zwei Wochenstunden in deutscher Sprache. Die Lehrkräfte werden durch das Niedersächsische Landesamt für Lehrerfortbildung und Schulentwicklung (NiLS) in religionsdidaktischen und islamisch-theologischen Fragen fortgebildet. Das IIT ist durch die Mitwirkung am Zertifikatskurs unmittelbar in das Fortbildungsprogramm eingebunden.

Ferner war das wissenschaftliche Personal des IIT in der Vergangenheit an Fortbildungsprogrammen und Zertifizierungskursen für Lehrkräfte der islambezogenen Schulfächer in Nordrhein-Westfalen und Bayern beteiligt. Lehrerinnen und Lehrer in Nordrhein-Westfalen, die bisher in der sogenannten „Islamkunde“ über den Islam „informierten“, müssen nun auch die konfessionelle Perspektive ihrer Religion vertreten und einen authentischen und konfessionell begründeten islamischen Religionsunterricht gestalten können. In diesem Prozess des Transfers war Prof. Dr. Bülent Uçar maßgeblich an der Entwicklung des Curriculums für den Zertifikatskurs künftiger Lehrerinnen und Lehrer für den islamischen Religionsunterricht in NRW mit. Gleichzeitig wirkte Prof. Dr. Bülent Uçar am direkten Übergang von der bisherigen Islamkunde zum islamischen Religionsunterrichtin NRW beteiligt, welcher am 29. und 30. Juni 2012 durch ein Fachseminar des Ministeriums für Schule und Weiterbildung in NRW besiegelt worden ist.

Zertifikatskurse

Der Zertifikatskurs „Islamische Religionspädagogik“ richtet sich an Lehrkräfte, die im niedersächsischen Schulversuch „Islamischer Religionsunterricht an der Grundschule“ beschäftigt sind. Das Programm setzt sich aus folgenden Teilbereichen zusammen:

a) Fachwissenschaftliche Elemente in fachdidaktischer Verschränkung
b) Unterrichtspraktische Elemente
c) Koranarabisch
d) Bezugswissenschaften

Durch die Weiterbildung werden den Lehrkräften Kenntnisse im Bereich der Islamischen Theologie vermittelt, die – ergänzt um fachdidaktische Zugänge – die grundlegenden Kompetenzen für das Unterrichten im künftigen Schulfach „Islamische Religion“ bilden. Kenntnisse in allen relevanten Disziplinen der Islamischen Theologie sowie deren fachdidaktische Umsetzung bilden das Kernstück des Studienangebots. Zusätzlich werden elementare Kenntnisse des Arabischen vermittelt und unter Berücksichtigung interdisziplinärer Komponenten die Fähigkeiten zu interreligiöser Kompetenz ausgebaut.

Lehrplanentwicklung

Der Lehrstuhl für Islamische Religionspädagogik ist an der Entwicklung eines Kerncurriculums für den islamischen Religionsunterricht in der Grundschule beteiligt. Grundlage dieses Kerncurriculums sind die Bildungsstandards der Kultusministerkonferenz. Im Kerncurriculum werden die fachspezifischen Kompetenzen jeweils für Doppeljahrgänge ausgewiesen und die dafür notwendigen Kenntnisse und Fähigkeiten benannt. Es wird ein gemeinsamer Bestand an Wissen bestimmt, über den Schülerinnen und Schüler in Anforderungssituationen verfügen sollten. Mit diesem Kerncurriculum entsteht in Niedersachsen erstmals ein Lehrplan, der auf Augenhöhe mit denjenigen des katholischen und evangelischen Religionsunterrichts in der Grundschule agiert.