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Soziale Arbeit in Moscheegemeinden: Universität erhält 2,9 Millionen Euro für neuen Studiengang

26. August 2016

In Deutschland existieren derzeit rund 2.500 Moscheegemeinden. Die in ihrem Umfeld geleistete soziale Arbeit, wie beispielsweise Gesundheitsdienst, Jugendhilfe oder Altenpflege, wird zumeist ehrenamtlich durch fachlich kaum ausgebildetes Personal geleistet. Hier gilt es, Professionalisierungsangebote zu schaffen. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) stellt der Universität Osnabrück nun rund 2,9 Millionen Euro bereit, um einen bundesweit bislang einmaligen Teilstudiengang „Soziale Arbeit in der Migrationsgesellschaft“ sowie eine Postdoc-Gruppe einzurichten.

»Dies ist nicht allein ein großer Erfolg für die Universität Osnabrück, sondern es unterstreicht einmal mehr, inwieweit unser Institut für Islamische Theologie sich bundesweit einen herausragenden Namen erarbeitet hat«, erklärt Universitätspräsident Prof. Dr. Wolfgang Lücke.  

Zum Hintergrund: Das Institut für Islamische Theologie (IIT) befasst sich mit allen wissenschaftlichen Disziplinen der Islamischen Theologie und den themenübergreifenden Schnittstellen der religiösen Aufklärung, interkulturellen Erziehung, Seelsorge sowie Gemeinde- und Religionspädagogik und ihrer Umsetzung in die heutige muslimische Migrationsgesellschaft in Deutschland. Dabei wird das gegenwärtige Institutsprofil insbesondere von den Kernfächern der islamischen Theologie, der Religionspädagogik sowie von der interdisziplinären Forschung geprägt.  

Die erste Phase der BMBF-Förderung in Höhe von rund 3,3 Millionen Euro umfasste den Zeitraum 2011 bis 2016 und ermöglichte den weiteren Ausbau des Instituts. »In dieser Phase haben wir alles erreicht, was wir uns vorgenommen haben«, erklärt die Projektleiterin Prof. Dr. Martina Blasberg-Kuhnke. »Wir haben unsere Hausaufgaben gemacht, und das Ministerium würdigt diesen Erfolg vollumfänglich mit der Bewilligung unseres neuen Antrags.«  Dadurch werde die Universität in die Lage versetzt, die Profilbildung der bekenntnisgebundenen islamischen Wissenschaften abschließen. Die Projektleitung der zweiten Phase werden neben Prof. Blasberg-Kuhnke (Katholische Theologie) Prof. Dr. Bülent Ucar  und Prof. Dr. Rauf Ceylan, beide vom IIT, übernehmen. So zeichnet sich das Institut in Zukunft durch folgende Profillinien aus: Islamische Theologie und Religionspädagogik unter der Verantwortung von Prof. Ucar sowie Religionssoziologie und Soziale Arbeit, die federführend Prof. Ceylan leitet.  

Prof. Ucar erklärt, warum Soziale Arbeit im muslimischen Umfeld durch eine akademische Ausbildung professionalisiert werden muss: »Der Mangel an ausgebildetem Personal führt in den klassischen Handlungsfeldern der Wohlfahrtspflege dazu, dass die öffentliche Hand keine Zuschüsse gewährt, da die üblichen Anforderungen, die unter anderem im Sozialgesetzbuch festgelegt sind, nicht erreicht werden.« Die Aufnahme in die Regelförderung von Land und Kommune sei nur möglich, wenn künftig Fachkräfte mit einer umfassenden Ausbildung bereitständen. Dabei bietet das Feld der „Sozialen Arbeit/Sozialpädagogik“ eine Vielzahl von Beschäftigungsmöglichkeiten in Kommunen oder Organisationen der Wohlfahrtspflege. »Viele Träger, darunter auch Caritas und Diakonie, wünschen für ihre Einrichtungen in muslimisch geprägten Sozialräumen qualifizierte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus muslimischen Sozialisationskontexten«, ergänzt Prof. Ceylan.  

Basis des Teilstudiengangs sind die islamische Theologie, Funktionsweise und Struktur der Gemeinden, interkulturelle Bildung und Erziehung sowie religionswissenschaftliche Kenntnisse. Generell ist das Studium zweiphasig konzipiert. Der zweite Ausbildungsabschnitt umfasst ein Anerkennungsjahr. Darin sollen die Studierenden grundlegende Erfahrungen in den praktischen Handlungsfeldern der sozialen Arbeit erwerben und ihre Fachkenntnisse vertiefen. Darüber hinaus werden sie eigenständig in Bereichen der sozialen Arbeit tätig sein. Kooperationspartner innerhalb der Universität Osnabrück sind die Fachgebiete Katholische und Evangelische Theologie, Erziehungswissenschaft und Migrationssoziologie. »Die herausragende Innovation dieses Studienangebots liegt darin, dass der Studiengang mit einem berufsrelevanten zweiten Fach kombiniert werden kann«, so Prof. Blasberg-Kuhnke. »Damit reagieren wir auf die zunehmende Ausdifferenzierung des Arbeitsmarkts für Sozialpädagoginnen und Sozialpädagogen bzw. Sozialarbeiterinnen und Sozialarbeiter.«  

Weitere Informationen für die Redaktionen:
Prof. Dr. Martina Blasberg-Kuhnke, Universität Osnabrück
Institut für Katholische Theologie
Schloßstraße 4, 49074 Osnabrück
Tel: +49 541 969 4288
martina.blasberg-kuhnke@uni-osnabrueck.de 

Es handelt sich hierbei um eine Pressemeldung der Universität Osnabrück

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Soziale Arbeit in der Migrationsgesellschaft: Voraussichtlicher Start WS 2018/2019

Der geplante Bachelorstudiengang „Soziale Arbeit in der Migrationsgesellschaft“ soll wissenschaftliche und handlungsorientierte Kenntnisse und Befähigungen verknüpft mit relevanten Kenntnissen der islamischen Theologie für die unterschiedlichen Tätigkeitsfelder in der sozialen Arbeit vermitteln sowie den Zugang zu Masterstudiengängen eröffnen.

Das Studienprogramm folgt dem Osnabrücker Modell des 2-Fächer-Bachelors und erschließt damit Zusatzqualifikationen, die für die jeweiligen Tätigkeitsfelder eine hohe Relevanz aufweisen. Das Bachelorprogramm wird mit zwei Kernfächern gleichen Umfangs  absolviert und bietet den Studierenden eine breite Wahlmöglichkeit im Kombinationsfach. Basis des Teilstudiengangs „Soziale Arbeit in der Migrationsgesellschaft“ sind die islamische Theologie, Funktionsweise und Struktur der Gemeinden, interkulturelle Bildung und Erziehung sowie religionswissenschaftliche Kenntnisse. Der Studiengang soll damit einen wichtigen Beitrag zur künftigen fachlichen Fundierung und Professionalisierung der sozialen Arbeit im Gemeindekontext leisten. Neben den zwei zu studierenden Kernfächern gibt es einen dritten Studienbereich, den so genannten Professionalisierungsbereich aus dem die Studierenden je nach Neigung, Interesse und dem angestrebten Anschluss an ein erfolgreiches Bachelor-Studium eine Auswahl von Lehrveranstaltungen belegen können. Das Studienprogramm ist wie die anderen Bachelor- undMasterstudiengänge modularisiert und wendet das studienbegleitende Prüfungssystem an. Der 2-Fächer Bachelor schließt  je nach Fachkombination mit dem Hochschulgrad Bachelor of Arts oder Bachelor of Science ab.  

Als Kombinationsmöglichkeiten für das zweite Kernfach sind Islamische Theologie (IT), Katholische Theologie (KT), Evangelische Theologie(ET), Erziehungswissenschaft (EW), Soziologie (SO), Psychologie (PS), Politik (PO), Sport, Musik, Kunst u.a. vorgesehen.

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VEM vermittelt Kooperation zwischen jüdischem, christlichem und muslimischem Ausbildungsinstitut

Am 2. März unterzeichneten die Kirchliche Hochschule Wuppertal / Bethel, das Institut für Islamische Theologie Osnabrück und das Abraham Geiger Kolleg Berlin eine Vereinbarung zur Zusammenarbeit in der Ausbildung des jeweiligen theologischen Nachwuchses. Das Centre for Mission and Leadership Studies der VEM hatte die Kooperation vermittelt und wird sie in Zukunft begleiten. Volker Dally, Generalsekretär der VEM, sagte in seinem Grußwort anlässlich der Unterzeichnung im Hackhauser Hof in Solingen: „Dialog kann nach meinem Verständnis niemals nur eine Auseinandersetzung zwischen verschiedenen Glaubenstraditionen oder religiösen Einrichtungen sein, sondern kann nur als Gespräch von Person zu Person geführt werden.“ Entsprechend ist als Kernstück der Kooperation die gemeinsame Teilnahme von Studierenden der drei Institute an der jährlich stattfindenden internationalen Tagung zum Dialog von Juden, Christen und Muslimen (JCM) vorgesehen, umrahmt von drei jeweils bis zu viertägigen interreligiös vorbereiteten und durchgeführten Kompaktseminaren in Wuppertal, Berlin und Osnabrück.

Die Einbettung der JCM-Tagung in die Grundausbildung des theologischen Nachwuchses wurde als ein großer Schritt von kirchlichem, akademischem und nicht zuletzt zivilgesellschaftlichem Interesse gewürdigt: „Dialogische Erfahrungen und persönliche Kontakte werden damit akademische Lehrveranstaltungen prägen, die dazu beitragen sollen, Verantwortungsträger*innen der Religionsgemeinschaften in einer sich pluralisierenden Gesellschaft heranzubilden,“ so Prof. Dr. Henning Wrogemann aus Wuppertal, der gemeinsam mit seinen künftigen Kooperationspartnern Dr. Martin Kellner aus Osnabrück und Rabbiner Dr. Edward van Voolen aus Berlin die Vereinbarung unterzeichnete. 

Die Unterzeichnung fand statt im Rahmen der 43. JCM-Tagung, zu der 65 Teilnehmer*innen vor allem aus Deutschland und England, aber auch aus Israel, den Philippinen und Tansania in den Hackhauser Hof gekommen waren. Zum Thema: „Gottes Stimme in der säkularen Gesellschaft“ wurde in der gewohnten Intensität sieben Tage lang darüber debattiert, welchen Beitrag die Religionen leisten können in den hochkontroversen gesellschaftlichen Debatten über grundsätzliche Fragen der Lebensführung und des Zusammenlebens. 

Das besondere Kennzeichen der JCM-Tagungen ist ihre Konzentration auf persönlichen Austausch und Auseinandersetzung in interreligiös zusammengesetzten Gesprächsgruppen. Begleitet werden die siebentägigen intensiven Gesprächsprozesse von Vorträgen aus jüdischer, christlicher und muslimischer Sicht sowie Gesprächsforen, in denen Teilnehmer*innen akademische Erkenntnisse, Forschungsvorhaben und interreligiöse Aktivitäten vorstellen. In ebenfalls von Teilnehmenden geleiteten Workshops werden musisch-kreative, künstlerische und literarische Zugänge zu den jeweiligen Glaubenstraditionen eröffnet. Die jeweils einwöchige Konferenz endet mit den gottesdienstlichen Feiern aller vertretenen Glaubenstraditionen. In über vier Jahrzehnten hat die JCM-Bewegung zahlreiche Multiplikatoren und Führungspersönlichkeiten der drei Religionsgemeinschaften geprägt.  

Friedrich Tometten, VEM

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Delegationsreise zum Thema „Toleranz und Bildung“

Am 18. März 2016 empfing das IIT hohen Besuch aus den palästinensischen Gebieten. Im Rahmen einer Delegationsreise zum Thema „Toleranz und Bildung“ nahmen verschiedene hochrangige palästinensische Politiker, Wissenschaftler und Vertreter gesellschaftlicher Organisationen an einem Treffen mit Angehörigen der Universität Osnabrück, dem Institut für Islamische Theologie und dem Außenministerium teil. Präsident Prof. Dr. Wolfgang Lücke hieß die Gäste willkommen und betonte die friedensstiftende Funktion von Bildung. Professor Dr. Habib El Mallouki betonte die Wichtigkeit internationaler Kooperationen auf dem Weg der Bildung. Abschließend führte Prof. Imad Abu Kishek, Präsident der Al-Quds-Universität in Jerusalem, aus, welch positive Wirkung von der bisherigen Kooperation mit dem Institut für Islamische Theologie im Rahmen des im letzten Jahr geschlossenen Austauschabkommens ausging. Das IIT schließt sich dem Wunsch nach einem Ausbau der guten Zusammenarbeit in Zukunft an.

Liste der Anwesenden:

Herr Prof. Imad Abu KISHEK Präsident der Al-Quds-Universität, Jerusalem
Herr Pfarrer Mitri RAHEB Präsident des College for Arts and Culture Dar al-Kalima und Pastor der lutherischen Weihnachtskirche, Bethlehem
Herr Dr. Yousef NATSHEH Direktor bei den islamischen Stiftungen (Waqf) auf dem Tempelberg/Haram al-Scharif, Jerusalem
Herr Dr. Anwar HMEIDAT Hauptabteilungsleiter für Hochschulbildung im Ministerium für Bildung und Hochschulbildung Herr Dr. Basri SALMOODI Hauptabteilungsleiter für Planung und Entwicklung im Ministerium für Bildung und Hochschulbildung
Frau Nour ODEH Leiterin der Medien-NGO „Connect“ in Ramallah
Frau Juman QUNEIS Leiterin des Media Department, Universität Birzeit

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Islamische Theologie wird an der Universität Osnabrück weiter vom Bund gefördert - Muslimische Sozialarbeit neuer Schwerpunkt

Der Bund setzt die Förderung der Islamischen Theologie an den fünf Hochschulstandorten Osnabrück, Münster, Tübingen, Frankfurt und Erlangen-Nürnberg fort. Das gab Bundesforschungsministerin Prof. Dr. Johanna Wanka bekannt und sagte: »Mit den Zentren hat der muslimische Glauben eine Heimat in der wissenschaftlich-theologischen Diskussion gefunden. Das ist nicht zuletzt auch ein wichtiger Beitrag für den Dialog der Religionen.« Das Institut für Islamische Theologie (IIT) an der Universität Osnabrück wurde 2012 gegründet. Ein ergänzendes Profilelement wird die muslimische Sozialarbeit sein.

»Die erneute Förderung der Islamischen Theologie durch den Bund ist ein großer Erfolg für die Universität Osnabrück«, so Universitätspräsident Prof. Dr. Wolfgang Lücke. Der Wissenschaftsrat hatte 2010 empfohlen, Islamische Theologie an mehreren Standorten in Deutschland zu etablieren. Die Zentren sind inzwischen zu auch international anerkannten Orten der islamisch-theologischen Forschung geworden. Das Institut in Osnabrück hat momentan sechs Professoren. Eine weitere Professur wird in diesem Jahr besetzt. 

Damit kann das Osnabrücker Institut, das zu den größten in Deutschland zählt, alle Kernfächer der Islamischen Theologie in Forschung und Lehre vertreten. »Hier ist besonders dem Land für die Unterstützung zu danken«, so Prof. Dr. Martina Blasberg-Kuhnke, Projektleiterin für den Aufbau des Osnabrücker Instituts. »Niedersachsen ist das erste Bundesland, das die Islamische Theologie mit ihren Professuren dauerhaft an einer Universität eingerichtet hat.« 

Mit der Etablierung der Bachelor- und Master-Studiengänge in Islamischer Religion für Lehramtsanwärterinnen und -anwärter sowie Theologeninnen und Theologen konnte das IIT über 300 Studierende gewinnen, die aus unterschiedlichen Bundesländern stammen. Auch die Nachwuchsqualifikation spielt in Osnabrück eine große Rolle. Das IIT hat zwischenzeitlich zehn Post-Doc-Stellen sowie 13 wissenschaftliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Die ersten wissenschaftlichen Qualifikationsschriften sind bereits abgeschlossen, andere befinden sich in der Endphase. 

Große Drittmittelprojekte wie die »De-Radikalisierung und Imamweiterbildung«, »Evaluation des Islamischen Religionsunterrichts in NRW« sowie das Verbundprojekt »Junge Menschen und gewaltorientierter Islamismus« in Kooperation mit dem Deutschen Jugend Institut und Institut für Gewalt- und Konfliktforschung konnten eingeworben werden. Zu den zahlreichen Publikationen zählt auch die »Reihe für Osnabrücker Islam-Studien« mit mittlerweile siebzehn Bänden. 

Das IIT bietet auch wissenschaftliche Weiterbildungen für Imame der deutschen Moscheegemeinden an, um diese theologischen Multiplikatoren in allen integrationsrelevanten Feldern zu qualifizieren. »Damit übernimmt das IIT die Aufgabe, muslimische Theologinnen und Theologen beziehungsweise Seelsorgerinnen und Seelsorger zu schulen sowie eine wissenschaftlich fundierte Ausbildung von Religionsgelehrten im staatlichen Hochschulsystem zu gewährleisten«, so Institutsdirektor Prof. Dr. Bülent Ucar. 

Nach dieser erfolgreichen Gründung werde das IIT in der zweiten Förderungsphase seine wissenschaftliche Profilierung ausweiten und plant, einen neuen Studiengang Soziale Arbeit in der Migrationsgesellschaft mit dem Schwerpunkt muslimische Wohlfahrtspflege anzubieten. 

Der interdisziplinäre Studiengang wurde bereits vor einem Jahr mit der Katholischen Theologie, dem Institut für Migrationsforschung und Interkulturelle Studien sowie dem Institut für Erziehungswissenschaft konzipiert. »Mit diesem Studiengang gewährleisten wir, dass in fünf Jahren – wenn die Strukturen für muslimische Sozialarbeit und Sozialpädagogik als neues Berufsfeld geschaffen sind – wissenschaftlich qualifizierte Personen zur Verfügung stehen«, so Ucar. Ein erstes Handbuch wurde bereits 2015 publiziert. 

Schließlich wird das IIT seine internationalen Kooperationen ausbauen. »Ziel ist es, mit dem Osnabrücker Institut eine wissenschaftliche Einrichtung zu schaffen, die mit Partnern aus nationalen und internationalen Hochschulen, muslimischen Verbänden und renommierten Theologien vernetzt ist und die islamische Theologie im europäischen und globalen Kontext sowohl in Forschung als auch Lehre kompetent vertritt«, ergänzt der Osnabrücker Religionspädagoge Prof. Ucar. 

Partnerschaften existieren mit mehreren Institutionen in islamischen Ländern, so mit der berühmten Al-Azhar Universität in Kairo wie auch mit mehreren theologischen und religionspädagogischen Fakultäten in der Türkei und in Bosnien-Herzegowina.

Ansprechpartner für die Medien: 
Utz Lederbogen, Pressesprecher Universität Osnabrück 
Neuer Graben 29, 49069 Osnabrück 
Tel. +49 541 969 4370 
E-Mail: utz.lederbogen@uni-osnabrueck.de

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Deutsche Muslimliga vermachte den bibliothekarischen Nachlass Muhammed Abdul Karim Grimms dem IIT

2009 verstarb Muhammed Abdul Karim Grimm, eine der prägendsten Persönlichkeiten des deutschsprachigen Islams in Deutschland. Er fand 1954 zum Islam und prägte seithin, später zusammen mit seiner Ehefrau Fatima, den innermuslimischen Austausch. Dies tat er immer auch als Vertreter der ältesten Deutschen muslimischen Vertretung - der Deutschen Muslimliga (DML).

Die DML vermachte 2015 den bibliothekarischen Nachlass Grimms dem Institut für Islamische Theologie der Universität Osnabrück. Darunter sind Bücher, seltene deutschsprachige Publikationen muslimischer Vereine seit den 1920ern und Korrespondenz. Ein Teil des Nachlasses wurde in die Universitäts- und Institutsbibliothek übergeben und unterstützt so die wissenschaftliche Arbeit des Instituts. Ein anderer Teil dient uns als Grundstock eines Forschungsarchivs "Islam in Deutschland" für die Erforschung der Gegenwartsgeschichte des deutschsprachigen Islams.

Wir schätzen uns heute am 14.Januar 2016 besonders glücklich, Michael Pfaff als Vorsitzenden der Deutschen Muslimliga (DML) persönlich für diese Schenkung zu danken. Pfaff betonte im Rahmen der feierlichen Überreichung einer Schenkungsurkunde die Notwendigkeit der Erforschung des deutschsprachigen Islams und die zentrale Stellung die dabei dem neuen Archiv am IIT zukommt. Michael Pfaff bedankte sich im Namen der DML bei Prof. Dr. Bülent Ucar und seinen Mitarbeitern für die Aufnahme des Nachlasses Abdulkarim Grimms in das Archiv des IIT

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DITIB spendet mehrere hundert Bänder islamisch-theologischer Literatur zugunsten des IIT

Das IIT erhielt von der DITIB, Türkisch Islamische Union der Anstalt für Religion e.V., eine mehrere hundert Bände umfassende Bücherspende. Die Werke in türkischer und arabischer Sprache, die in die UB integriert werden, befassen sich thematisch mit allen Bereichen der Islamischen Theologie und werden es unseren Studierenden ermöglichen, von den wissenschaftlichen Erfahrungen der Gelehrten aus der Türkei zu profitieren. Die Spende fand im Rahmen einer feierlichen Übergabe durch den Vorsitzenden der DITIB, Prof. Nevzat Aşıkoğlu, in Köln statt. Die DITIB hat auch alle anderen Standorte der islamisch-theologischen Forschung und Lehre entsprechend diese Bücher zukommen lassen. Das IIT ist glücklich über die Erweiterung des Bücherbestands in der Universitätsbibliothek.

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Jugendarbeit in den Moscheegemeinden und Extremismusprävention - Weiterbildung für Imame und seelsorgerisches Personal

 

Im Dezember startet am Institut für Islamische Theologie (IIT) der Universität Osnabrück erneut das einjährige bundesweite Weiterbildungsprogramm "Jugendarbeit in den Moscheegemeinden und Extremismusprävention". Das Angebot richtet sich insbesondere an Imame und das seelsorgerische Personal in Moscheegemeinden. Neuer Schwerpunkt ist die "kulturelle Bildung" in Kooperation mit dem Museum für Islamische Kunst Berlin. Eine Anmeldung für das Programm ist ab sofort möglich: www.islamische-theologie.uni-osnabrueck.de, E-Mail: dbartlakowsk@uni-osnabrueck.de 

Die einjährige Fortbildung startet im Dezember und vermittelt Informationen über Geschichte, Politik, Recht und Gesellschaft der Bundesrepublik. In einem weiteren Modul werden pädagogische Kenntnisse für die Jugend- und Gemeindearbeit und den interreligiösen Dialog vermittelt. Ein Schwerpunkt ist die Prävention von religiösem Extremismus in der Jugendarbeit.

Dabei gehe es primär um diejenigen Kompetenzen, die für ein gedeihliches Miteinander in einer religiös-pluralistischen Gesellschaft wichtig sind. "Besonders die junge Generation prägt im Wesentlichen das Bild des Islam in Deutschland als Bürger dieses Landes", so Prof. Dr. Bülent Ucar, Direktor des Instituts für Islamische Theologie. "Ihre Teilhabe in allen wichtigen Aspekten des Lebens ist im Hinblick auf die Integration des Islam und der Muslime, aber auch im Hinblick auf den gesellschaftlichen Zusammenhalt von zukunftsweisender Bedeutung", so der Osnabrücker Religionswissenschaftler.

Neu im Programm ist der Schwerpunkt "Kulturelle Bildung", der in das bestehende Lehrprogramm integriert wird. Dafür wurde eine Kooperation mit dem Museum für Islamische Kunst im Pergamonmuseum - Staatliche Museen zu Berlin eingegangen. "Wir freuen uns darauf, die europaweit einzigartige Sammlung des Museums mit seinen herausragenden Zeugnissen islamischer Kunst und Kultur noch viel mehr Muslimen in Deutschland zugänglich zu machen", so Prof. Dr. Stefan Weber, Direktor des Museums für Islamische Kunst. Die Kunstwerke sollen für die praktische Arbeit in den Moscheegemeinden erschlossen werden.

Das Weiterbildungsprogramm wird finanziell durch das Niedersächsische Ministerium für Wissenschaft und Kultur und die Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien unterstützt. 

Ansprechpartner für die Medien:

Prof. Dr. Bülent Ucar, Universität Osnabrück,
Direktor des Instituts für Islamische Theologie,
Kamp 46/47,
49074 Osnabrück
Tel. +49 541 969 6032
E-Mail: bucar@uni-osnabrueck.de 
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Professor Bülent Uçar wird vom Bundespräsidenten Joachim Gauck mit dem Verdienstorden der Bundesrepublik Deutschland ausgezeichnet

 
Bundespräsident Joachim Gauck würdigt Pionierarbeit im Bereich der Islamischen Religionspädagogik


OSNABRÜCK/BERLIN.- Prof. Dr. Bülent Uçar, Direktor des Instituts für Islamische Theologie (IIT) der Universität Osnabrück, wurde heute (1. Oktober) im Schloss Bellevue von Bundespräsident Joachim Gauck mit dem Verdienstorden der Bundesrepublik Deutschland ausgezeichnet. Prof. Uçar erhält das Verdienstkreuz am Bande insbesondere für seine Pionierarbeit im Bereich der Islamischen Religionspädagogik. Es ist die höchste Anerkennung, die die Bundesrepublik für Verdienste um das Allgemeinwohl ausspricht.

Hervorgehoben werden in der Begründung nicht nur die Etablierung der islamischen Theologie als universitäre Disziplin, sondern auch seine Brückenfunktion zur muslimischen Basis in Deutschland. Diese Rolle als Vermittler zwischen Staat, Wissenschaft, islamischen Verbänden und der muslimischen Basis hat Prof. Uçar seit seiner Berufung an die Universität Osnabrück immer wieder in seiner akademischen Arbeit und seinem vielfältigen und dynamischen gesamtgesellschaftlichen Engagement akzentuiert.

Der zweifelsohne beste Beleg dafür ist die unter seiner Leitung rasante Entwicklung des Instituts für Islamische Theologie (IIT) der Universität Osnabrück zur größten islamtheologischen Einrichtung auf universitärer Ebene in Deutschland. Innerhalb von vier Jahren wuchs das Institut auf sieben Professuren und etwa 40 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter an. Dabei war es ihm neben seinen fachlichen Kompetenzen auch immer wichtig, die innermuslimische, multireligiöse und ethnische Vielfalt der Gesellschaft in Deutschland durch das am IIT tätige Kollegium abzubilden und einen nachhaltigen Beitrag zum interreligiösen Dialog zu leisten.

In der Verleihungsbegründung des Bundespräsidialamtes heißt es: "Bülent Uçar ist national wie international ein gefragter Ansprechpartner und Vermittler für Politik und Öffentlichkeit. Er wirkte am Modellprojekt 'Weiterbildung von Imamen' mit, unterstützte die Islamkonferenz des Bundesministers des Innern als Experte und wurde in die Arbeitsgemeinschaft 'Deutschlands Selbstbild' beim Zukunftsdialog der Bundeskanzlerin berufen.

Ebenso werden Prof. Uçars Verdienste in der Nachwuchsförderung im bundesweit einmaligen muslimischen Studienwerk "Avicenna" hervorgehoben: "Darüber hinaus hat er im Jahr 2012 das Avicenna-Studienwerk mitgegründet, ein Begabtenförderungswerk für sozial engagierte muslimische Studierende und Promovierende. Seit Gründung des Studienwerkes hat er das Amt des Vorsitzenden inne."


Ansprechpartner für die Medien:

Dr. Utz Lederbogen,
Pressesprecher der Universität Osnabrück,
Neuer Graben / Schloss, 49069 Osnabrück,
Tel. +49 541 969 4370,
E-Mail: utz.lederbogen@uni-osnabrueck.de
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Professorenteam am IIT wird erweitert

Das Institut für Islamische Theologie der Universität Osnabrück kann erfreut die Erweiterung Professorenteams vermelden, das nun mit zwei weiteren Berufungen Forschungsprofil und Lehre vertiefen kann. Berufen wurden Herr Prof. Dr. Merdan Güneş, der seit dem Sommersemester 2015 die Professur für islamische Mystik, Philosophie und Glaubenslehre innehat, und Herr Prof. Lahbib El Mallouki, der zum Wintersemester 2015/2016 die Professur für islamische Literatur und Arabistik übernimmt.

Weitere Informationen:
Prof. Dr. Merdan Güneş
Prof. Lahbib El Mallouki

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Islamischer Religionsunterricht wird in Niedersachsen zum Erststudienfach!

Nach dem Urteil des Bundesverfassungsgerichts zum Tragen des Kopftuchs im Schuldienst für muslimische Lehrerinnen wird eine weitere wichtige Maßnahme im Prozess der flächendeckenden Etablierung des Islamischen Religionsunterrichts als ordentliches Fach an staatlichen Schulen vollzogen. Auf der Basis einer ministeriellen Verordnung des niedersächsischen Kultusministeriums ist es nun möglich, das Schulfach „Islamischer Religionsunterricht“ auf der Grundlage einer Ausnahmegenehmigung des NLQ mit weiteren Erststudienfächern zu kombinieren.

Bisher ist es möglich gewesen, das universitäre Lehramtsfach „Islamische Religion“ lediglich als Zweitstudienfach, in Kombination mit den Erststudienfächern Mathematik, Deutsch oder Englisch (bzw. Französisch) wählen zu können. Diese bundesweit erstmalige Einstufung resultiert aus zahlreichen Nachfragen von interessierten Studierenden und beruht auf der Tatsache, dass bei der Etablierung des Schulfachs „Islamischer Religionsunterricht“ weiterhin großer Bedarf an entsprechend ausgebildeten Lehrkräften besteht. Mit dieser Maßnahme will das Ministerium dazu beitragen, die vorhandene personelle Lücke in diesem Bereich wenigstens zu einem Teil mittelfristig schließen zu können.

Der Direktor des IIT der Universität Osnabrück begrüßte ausdrücklich die Verordnung und erklärte zudem: „Mit diesem Schritt wird ein weiterer wichtiger Meilenstein bei der gesellschaftlichen und bildungspolitischen Gleichstellung der Muslime in Deutschland, insbesondere in Niedersachsen vollzogen. Das Ministerium hat hier inhaltliche und strukturelle Weitsicht an den Tag gelegt und ich bin den Entscheidungsträgern umso mehr für diese richtige und notwendige Entscheidung dankbar.“

Bei Studieninteresse ist eine entsprechende Online-Bewerbung über das Bewerbungsportal der Universität Osnabrück durchzuführen. Hierzu und zu weiteren Fragen in Bezug auf die Studienmöglichkeiten in den islambezogenen Lehramtsfächern sowie der Islamischen Theologie bieten die Zentrale Studienberatung der Universität Osnabrück (ZSB-OS) sowie die Studienfachberatung am Institut für Islamische Theologie der Universität Osnabrück ihre Beratungskompetenz an.

Weiterführende Informationen:
Zentrale Studienberatung der Universität Osnabrück (ZSB-OS)
Fachstudienberatung Institut für Islamische Theologie der Universität Osnabrück
Online-Bewerbungsportal der Universität Osnabrück

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Vorsitzender des DITIB-Verbands Prof. Dr. Nevzat Yaşar Aşıkoğlu zu Besuch am IIT

Der Vorsitzende des DITIB-Verbands Prof. Dr. Nevzat Yaşar Aşıkoğlu besuchte am 03. März 2015 das Institut für Islamische Theologie (IIT) der Universität Osnabrück. Begleitet wurde er von Yılmaz Kılıc, dem DITIB-Landesvorsitzenden für Niedersachsen/ Bremen, Yusuf Ay, dem Religionsattachee aus Hannover, Emine Oğuz, der DITIB-Landeskoordinatorin und Hasan Ağırbaş, dem Imam in der DITIB-Moscheegemeinde in Osnabrück. Empfangen wurden sie vom Direktor des IIT, Prof. Dr. Bülent Ucar. In einem längeren Gespräch wurde die bisherige Zusammenarbeit beider Institutionen analysiert und die Möglichkeiten gemeinsamer Aktivitäten sowie der Ausbau der Zusammenarbeit in verschiedenen Formen in der Zukunft erörtert.

Im Rahmen einer anschließenden Institutsführung ließ sich Prof. Aşıkoğlu die Räumlichkeiten des IIT zeigen und lernte mehrere am IIT tätige Dozentinnen und Dozenten kennen. Der DITIB-Vorsitzende zeigte sich dabei beeindruckt von der Entwicklung des IIT in den letzten Jahren und begrüßte ausdrücklich seine wissenschaftlich-theologische Profilierung sowie insgesamt die gesamtgesellschaftliche Positionierung des IIT.
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Besuch des Parlamentarischen Staatssekretärs Stefan Müller und des Bundestagsabgeordneten Dr. Mathias Middelberg am IIT

Stefan Müller, Parlamentarischer Staatssekretär bei der Bundesministerinfür Bildung und Forschung, besuchte gemeinsam mit Dr. Mathias Middelberg (MdB) das Institut für Islamische Theologie an der Universität Osnabrück (IIT). Hier wurden sie u.a. vom Präsidenten der Universität Osnabrück, Prof. Wolfgang Lücke, und dem stellvertretenden Direktor des IIT, Prof. Rauf Ceylan empfangen.

Nach einem kurzen Grußwort des Präsidenten berichtete Prof. Ceylan über Entwicklungen und den aktuellen Stand am Institut. Nach der Erörterung der strukturellen undinhaltlichen Zukunftspläne am IIT verdeutlichten sowohl Staatssekretär Müller als auch Dr. Middelberg im anschließenden Gespräch ihre Wertschätzung für die Arbeit in Osnabrück. Besonders interessiert zeigte sich Staatssekretär Müller auch an dem bereits seit Jahren laufenden Weiterbildungsprogramm des IIT für Imame und SeelsorgerInnen.

Landesbischof Ralf Meister und Osnabrücks Bischof Dr. Dr. h.c. Franz-Josef Bode zu Besuch am IIT

Begrüßt wurden sie unter anderem von dem Präsidenten der Universität, Prof. Dr. Wolfgang Lücke, und dem Institutionsleiter Prof. Dr. Bülent Uçar, die beide die bisherige Entwicklung des interreligiösen Dialogs in Osnabrück positiv bewerteten.

Bei seinem Besuch am Montag, 1. Dezember, betonte der Landesbischof Ralf Meister die große Bedeutung des Instituts in Osnabrück für Niedersachsen sowie für die Hochschullandschaft ganz Deutschlands. Als "Stätte der Freiheit der Gedanken" würde die Einrichtung maßgeblich zum interreligiösen Austausch beitragen. Damit dieser Dialog fortgeführt werden kann, gab Ralf Meister eine Zusage zur Weiterentwicklung der Beziehungen: "Die bisherige gute Kooperation besteht fort."

Osnabrücks Bischof Dr. Dr. h.c. Franz-Josef Bode brachte bei seinem Besuch am Dienstag, 9. Dezember, die Bedeutung des islamtheologischen Instituts zum Ausdruck: "Ich bin froh über diese Einrichtung." Bei Gesprächen mit Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern und Studierenden des Instituts sowie Vertretern der evangelischen und katholischen Theologie thematisierte der Bischof die "interkonfessionelle, aber auch interreligiöse Kultur des Miteinanders", die weiter ausgebaut werden müsste: "Vielleicht gibt es mehr Brücken, als wir meinen." Dies sei, so hoben die beiden christlichen Würdenträger hervor, insbesondere in Zeiten weltweit zunehmender Gewalt nicht aus den Augen zu verlieren. Dem interreligiösen Dialog, wofür nicht zuletzt die Arbeit des Osnabrücker Instituts stehe, käme hierbei eine wegweisende Rolle zu.

Die Zusammenarbeit fördere das Wahrnehmen und Kennenlernen der anderen Theologien, so Bischof Bode: "Sich gemeinsam sozial einsetzen verbindet die Menschen." In diesem Sinne betonten beide Bischöfe, dass sie die Gründung eines muslimischen Wohlfahrtverbandes begrüßen würden. Zugleich müsse die Öffnung kirchlicher Einrichtungen für muslimische Kräfte weiter ausgebaut werden. Gerade in Krankenhäusern und Kindergärten mit zahlreichen muslimischen Patienten und Kindern sollte die Bereitschaft wachsen, muslimische Kräfte einzustellen.

Auch vonseiten des Instituts wird die Zusammenarbeit mit den beiden Kirchen als durchaus fruchtbar eingeschätzt. So betonte Institutsdirektor Prof. Uçar die seit langem bestehenden Beziehungen, die für alle Beteiligten zu einem besseren Verständnis des jeweils Anderen geführt haben: "Auf dieses Fundament können wir aufbauen."

Weitere Pressestimmen:
"Dialog mit Islam ausweiten" auf katholisch.de

"Landesbischof spricht sich für Gründung eines islamischen Wohlfahrtsverbands aus" auf landeskirche-hannovers.de

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Akkreditierung der Studiengänge am IIT erfolgreich und ohne Auflagen abgeschlossen

Im Rahmen des Re-Akkreditierungsprozesses von mehreren Studiengängen an der Universität Osnabrück sind die am IIT Osnabrück angebotenen Bachelor-Studiengänge erfolgreich akkreditiert. Hierbei handelt sich um den fachbezogenen Monostudiengang „Islamische Theologie“ sowie den lehramtsbezogenen Teilstudiengang „Islamische Religion“. 

Erstmalig wurden beide Bachelorstudiengänge zum WS 2013/2014 angeboten – zunächst ohne Akkreditierung und auf der Grundlage einer Ausnahmegenehmigung. Der Akkreditierung wurde darüber hinaus auch der lehramtsbezogene Erweiterungsmasterstudiengang „Islamische Religionspädagogik“ unterzogen, der schon seit dem WS 2007/2008 angeboten wurde. 

Alle drei Studiengänge sind ohne Auflagen akkreditiert worden. Dazu heißt es u.a. im Akkreditierungsbericht: „Die Ziele der (Teil-)Studiengänge sind überzeugend formuliert und auch umsetzbar. Mit den Programmen werden fachliche wie auch überfachliche Themenfelder adressiert und den Studierenden werden angemessene Rahmenbedingungen zur Entwicklung der eigenen Persönlichkeit zur Befähigung für zivilgesellschaftliches Engagement gesetzt.“ 

Der Direktor des IIT, Prof. Dr. Bülent Ucar, zeigte sich hoch erfreut über das Ergebnis der Akkreditierung: „Das ist für uns eine sehr wichtige Nachricht. Wir sind froh darüber, dass sich die langjährige und vielfältige Arbeit beim Aufbau des Instituts und der Gestaltung der Studiengänge ausgezahlt hat und auch auf diese Weise als erfolgreich bestätigt wurde. Das Ergebnis ist aber auch eine Richtungsvorgabe für unsere künftigen Aktivitäten und verpflichtet uns, dieses Niveau in der Lehre, wie auch in anderen Aktivitäten, beizubehalten und sogar noch weiter auszubauen. Ich möchte allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern für ihre Arbeit und Einsatz herzlich danken.“

Auch zum IIT insgesamt äußerte sich die Gutachtergruppe und bewertete es. Sowohl in Bezug auf Angebote zur Information und Orientierung als auch Beratung und Betreuung sei das Institut gut aufgestellt. Zudem sind die Curricula konsistent und logisch aufgebaut und entsprechen den Erwartungen an derartige Studiengänge – heißt es im Akkreditierungsbericht. 

Das IIT wird zum WS 2015/2016 sein Angebot an Studiengängen erweitern. Da die ersten Absolventen der Bachelor-Studiengänge im SS 2015 zu erwarten sind, initiierte das IIT bereits die Einrichtung der entsprechenden Masterprogramme, die einen ununterbrochenen Übergang von den Bachelor-Studiengängen ermöglichen wird. Auch laufen schon die Vorbereitungen für die Akkreditierung der neuen Master-Studiengänge. 

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Jugendarbeit in Moscheegemeinden und Extremismusprävention - Weiterbildungsprogramm startet an der Uni Osnabrück

Im Januar 2015 startet am Institut für Islamische Theologie (IIT) der Universität Osnabrück ein bundesweites Weiterbildungsprogramm »Jugendarbeit in den Moscheegemeinden und Extremismusprävention«. Das Angebot richtet sich insbesondere an Imame und das seelsorgerische Personal in Moscheegemeinden. Das Niedersächsische Ministerium für Wissenschaft und Kultur gewährt eine Anschubfinanzierung von zunächst 100.000 Euro.

»Für den erfolgreichen Integrationsprozess der Muslime und des Islam in Deutschland ist es erforderlich, die Kenntnisse des religiösen und religionspädagogischen Betreuungspersonals über die Verhältnisse in Deutschland zu verbessern«, so Prof. Dr. Bülent Ucar, Direktor des Instituts für Islamische Theologie, zu dem Programm. Dabei gehe es primär um diejenigen Kompetenzen, die für ein gedeihliches Miteinander in einer religiös-pluralistischen Gesellschaft wichtig sind. »Besonders die junge Generation prägt im Wesentlichen das Bild des Islam in Deutschland als Bürger dieses Landes«, so der Osnabrücker Religionswissenschaftler. »Ihre Teilhabe in allen wichtigen Aspekten des Lebens ist im Hinblick auf die Integration des Islam und der Muslime aber auch im Hinblick auf den gesellschaftlichen Zusammenhalt von zukunftsweisender Bedeutung«, erläutert Ucar.  

»Die Imame und das Moscheepersonal sind in dem Osnabrücker Weiterbildungsprogramm wichtige Multiplikatoren, die zwischen der muslimischen Community und der Mehrheitsgesellschaft vermitteln können«, erklärt Vizepräsident Prof. Dr. Joachim Härtling. »Das Programm am Institut für Islamische Theologie hat daher bundesweit eine wichtige Brückenfunktion.« Die Anschubfinanzierung durch das Land Niedersachsen unterstreiche zudem das wichtige Anliegen, so der Vizepräsident für Studium und Lehre der Universität Osnabrück.

Das erfolgreiche Vorläuferprogramm war zum Wintersemester 2010/11 gestartet und gemeinsam vom Land Niedersachsen und dem Bundesamt für Migration und Flüchtlinge finanziert worden. Nach Auslaufen des Förderzeitraums und einer internen Evaluationsphase wird das Projekt nun als zweisemestriges berufsbegleitendes Angebot mit den geänderten Schwerpunkten »Jugendarbeit in den Moscheegemeinden« und »Extremismusprävention« neu aufgesetzt.

Die einjährige Fortbildung vermittelt Informationen über Geschichte, Politik, Recht und Gesellschaft der Bundesrepublik. In einem weiteren Modul werden pädagogische Kenntnisse für die Jugend- und Gemeindearbeit und den interreligiösen Dialog vermittelt. Ein Schwerpunkt ist die Prävention von religiösem Extremismus in der Jugendarbeit.

Die Lehrveranstaltungen werden von Dozenten der Islamischen Religionspädagogik, der katholischen und evangelischen Theologie, des Interdisziplinären Instituts für Migrationsforschung und Interkulturelle Studien (IMIS) und des Instituts für Kulturgeschichte der Frühen Neuzeit (IKFN) durchgeführt. Für einige Modulinhalte werden auch externe Lehrkräfte eingesetzt. Nach erfolgreicher Teilnahme wird ein Zertifikat ausgestellt.

Informationsflyer:

Islamwissenschaftler Prof. Ucar in Beirat der Antidiskriminierungsstelle (ADS) berufen

Prof. Dr. Bülent Ucar, Leiter des Instituts für Islamische Theologie der Universität Osnabrück, wurde von Bundesfamilienministerin Manuela Schwesig in den Beirat der Antidiskriminierungsstelle des Bundes (ADS) berufen. Die ADS ist eine unabhängige Anlaufstelle für Menschen, die von Diskriminierung betroffen sind.

IIT schickt Studierende nach Jordanien und schließt Kooperation mit der al-Quds-Universität in Jerusalem ab

Im Rahmen des vom Auswärtigen Amt und dem Deutschen Akademischen Austauschdienst (DAAD) geförderten Programms „Hochschuldialog mit der islamischen Welt“  befinden sich seit dem 15. September 2014 acht Studierende des Instituts für Islamische Theologie in einem einmonatigen Kulturaustausch und Arabischkurs an der Al al-Bayt Universität in al-Mafraq (Jordanien). Betreut wird die Gruppe von Mitarbeitern des IIT  Dr. Ibrahim Salama, Elhakam Sukhni und Dr. Martin Kellner.

Im Rahmen dieser Reise stattete die Studierendengruppe samt Betreuer dem Dekan der Fakultät für Koranwissenschaften der al-Quds Universität in Jerusalem, Prof Dr. Mustafa Abu Sway, einen Gegenbesuch ab, da er sich erst vor wenigen Monaten als Gastwissenschaftler am IIT in Osnabrück aufhielt. Das IIT plant für den kommenden Bewilligungszeitraum weitere Hoschulpartner, u.a. die al-Quds Universität, in das laufende Projekt mit der Al al-Bayt Universität mit einzubinden. Im Zuge dieser Aktivitäten wurde ein weiteres Kooperationsabkommen des IIT mit der al-Quds Universität in Jerusalem unterzeichnet und somit der Pool an bisherigen Kooperationen mit unterschiedlichen akademischen Einrichtungen und Universitäten weltweit vergrößert.

Bildergalerie hier

Prof. Dr. Mustafa Abu Sway als Gastwissenschaftler am IIT

Das IIT heißt in den kommenden Tagen Prof. Dr. Mustafa Abu Sway, den ersten Inhaber des Integral Chair for the Study of Imam Ghazali’s Work an der al-Aqsa Moschee und der al-Quds-Universität in Jerusalem/Palästina. Davor war er Associate Professor für Philosophie und islamische Studien und Direktor des Islamic Research Center an der al-Quds-Universität.

Er studierte an der Universität Bethlehem und am Boston College in den Vereinigten Staaten.

Er lehrte unter anderem an der International Islamic University in Malaysia und war Fulbright Scholar-in-Residence am Wilkes Honors College der Florida Atlantic University sowie Gastprofessor für Islamic Studies am Bard College, NY.Außerdem ist er einer der Senior Fellows des Königlichen Aal al-Bayt Instituts für Islamisches Denken (Royal Aal al-Bayt Institute for Islamic Thought), Jordanien.

2012 zählte er zu den 500 einflussreichsten Muslimen in der Auflistung des Prinz-al-Walid-bin-Talal-Zentrums für muslimisch-christliche Verständigung der Georgetown University und des Royal Islamic Strategic Studies Centre von Jordanien.

Dank der Förderung und Unterstützung der Mercator Stiftung konnten wir Prof. Abu Sway als Gastprofessor in diesem Sommersemester gewinnen.

Er ist Experte im Bereich der Ghazali Studien und Islamischer Philosophie. Weitere Information: http://ghazalichair.com/.

Gefördert durch:

Gespräche in Ankara - Prof. Ceylan begleitete Ministerpräsident Weil in die Türkei

Der Osnabrücker Religionswissenschaftler Prof. Dr. Rauf Ceylan traf im Rahmen der Delegationsreise des niedersächsischen Ministerpräsidenten Stephan Weil in Ankara den Präsidenten der türkischen Religionsbehörde (Diyanet) Prof. Dr. Mehmet Görmez. Dabei wurden Themen wie der Islamische Religionsunterricht in Niedersachsen, der Staatsvertrag mit den beiden muslimischen Landesverbänden in Niedersachsen sowie die Rolle des Instituts für Islamische Theologie (IIT) der Universität Osnabrück besprochen.

Prof. Görmez lobte in diesem Zusammenhang die Vorreiterrolle der Universität Osnabrück in der Etablierung der islamischen Theologie in Deutschland und wies auf die gute Kooperation des IIT in Osnabrück mit türkischen Universitäten hin. Besonders begrüßte er das gut funktionierende Beiratsmodell in Osnabrück. Das IIT der Universität Osnabrück bildet seit 2007 Religionslehrerinnen und Theologen aus. Die religionsgemeinschaftliche Begleitung übernehmen die beiden Landesverbände Schura und DITIB. 

Ministerpräsident Stephan Weil bedankte sich für die Gastfreundschaft und lud Prof. Görmez ein, das Institut für Islamische Theologie der Universität Osnabrück zu besuchen. Die Religionsbehörde mit über 120 000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern ist für alle theologischen Fragen der Muslime zuständig und unterhält zu allen Ländern mit einem muslimischen Bevölkerungsanteil enge Beziehungen. Sie ist u.a. für die Entsendung vom religiösem Betreuungspersonal an die türkisch-muslimischen Diasporagemeinden zuständig.

(Ende)

Stellungnahme der VertreterInnen der Standorte für Islamisch-Theologische Studien in Deutschland zu den aktuellen politischen Entwicklungen im Nahen Osten

1.September 2014

Wir sind zutiefst bestürzt über die aktuellen Ereignisse im Nahen Osten und über den Terror, den der sogenannte „Islamische Staat“ (IS) gegenüber Zivilisten und Gefangenen jeglichen Glaubens walten lässt. Die ungeheuerliche Gewalt, die von den Anhängern des IS ausgeht, negiert alle Regeln der Menschlichkeit und zivilisatorischen Normen, für deren Herausbildung auch der Islam eine wichtige Rolle gespielt hat und an denen er teilhat. Solche Deutungen des Islam, die ihn zu einer archaischen Ideologie des Hasses und der Gewalt pervertieren, lehnen wir strikt ab und verurteilen diese aufs Schärfste.  

Angesichts der steigenden Zahl an jungen Menschen in Europa, die sich dem Gedankengut des IS und anderer extremistischer Formationen anschließen, sind wir uns als VertreterInnen von islamisch-theologischen Fächern der Notwendigkeit und Verantwortung bewusst, sich solchen Deutungen des Islam gerade mit Bezug auf die islamischen Traditionen entgegenzustellen. Die Deutungshoheit über den Islam darf nicht Extremisten und Gewalttätern überlassen werden und muss in Deutschland aus der Mitte der Gesellschaft heraus – unter anderem an den Universitäten – erfolgen. 

Wir setzen uns, nicht zuletzt in unserer universitären Arbeit, für einen Islam ein, aus dem sich Humanität, Gewaltfreiheit, Wertschätzung der Pluralität und Respekt für Menschen ungeachtet ihrer Zugehörigkeiten schöpfen lassen.  

Die aktuellen Konflikte im Nahen Osten und auch in anderen Teilen der Welt zeigen, wie rasant sich unter desolaten soziopolitischen Umständen ein gewaltzentriertes Religionsverständnis herausbilden kann.  

In demokratisch-freiheitlich verfassten Staaten Europas sehen wir demgegenüber die Chance, an das reiche Erbe der geistesgeschichtlichen und religiösen Tradition des Islam anzuknüpfen und uns in der Begegnung mit anderen, auch kritischen Perspektiven zu öffnen. So sollen Studierende befähigt werden, eigene religiöse Ressourcen als Mittel zur Gestaltung eines produktiven Miteinanders zu begreifen und sich gestalterisch in die Zukunft der deutschen Gesellschaft einzubringen. Hierzu gehört auch die Anerkennung der Muslime als Teil Deutschlands und das Ernstnehmen vergangener und jüngster islamfeindlicher Übergriffe als Hindernisse auf diesem Weg. 

Nur durch eine reflektierte Auseinandersetzung mit der islamischen Lehre und Praxis unter freiheitlichen Bedingungen lässt sich die islamische Wissens- und Normenproduktion von krisenhaften Verhältnissen und Kontexten der politischen Repressionen entkoppeln. Und nur so können produktive Antworten des Islam auf die Herausforderungen des globalen Zusammenlebens gefunden werden. Hierfür ist die freie akademische Wissensproduktion an deutschen Universitäten eine wichtige Voraussetzung.

Prof. Dr. Bekim Agai, geschäftsführender Direktor am Institut für Studien der Kultur und Religion des Islam, Goethe-Universität Frankfurt a.M
Prof. Dr. Maha El-Kaisy Friemuth, geschäftsführende Direktorin am Department Islamisch-Religiöse Studien, Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg
Prof. Dr. Mouhanad Khorchide, geschäftsführender Direktor am Zentrum für Islamische Theologie, Westfälische Wilhelms-Universität Münster
Prof. Dr. Yasar Sarikaya, Professur für Islamische Theologie und ihre Didaktik, Justus-Liebig-Universität Gießen
Prof. Dr. Erdal Toprakyaran, geschäftsführender Direktor am Zentrum für Islamische Theologie, Eberhard Karls Universität Tübingen
Prof. Dr. Bülent Ucar, geschäftsführender Direktor am Institut für Islamische Theologie, Universität Osnabrück

Geschäftsstelle des Avicenna-Studienwerks in Osnabrück feierlich eröffnet

Am Dienstag, den 06. Mai 2014 wurde im Beisein der Gäste aus Wissenschaft, Gesellschaft und Politik die Geschäftsstelle des Avicenna-Studienwerks in Osnabrück feierlich eröffnet. Nach einem interreligiösen Gebet mit Vertretern der konfessionellen Begabtenförderungswerke begrüßten die Eröffnung 

- Prof. Dr. Bülent Uçar, Vorsitzender des Avicenna-Studienwerks und Direktor des IIT an der Universität Osnabrück,
- Prof. Dr. Wolfgang Lücke, Präsident der Universität Osnabrück,
- Wolfgang Griesert, Oberbürgermeister der Stadt Osnabrück,
- Dr. Stefan Luther, Ministerialdirigent im Bundesministerium für Bildung und Forschung, sowie
- Dr. Cornelia Schu, Leiterin des Themenclusters Integration bei der Stiftung Mercator.

Anschließend hielten die Gäste aus der Politik Frau Aygül Özkan, Mitglied des Landtags Niedersachsen (CDU) und Herr Ali Baş, Mitglied des Landtags Nordrhein-Westfalen (Bündnis 90/Die Grünen) die Eröffnungsreden zum Thema „Muslime, Förderwerke, Anerkennung". 

Die Gründung des Avicenna-Studienwerks geht auf eine gemeinsame Initiative von Beschir Hussain und Matthias Meyer zurück. Beide wurden während ihres Studiums durch Stipendien renommierter Stiftungen unterstützt. In der Förderung begabter muslimischer Studierender und Promovierender erkannten sie ein wichtiges Desiderat und entwickelten die Idee, ein muslimisches Begabtenförderungswerk aufzubauen.

Im Winter 2010 trafen sie sich mit Prof. Dr. Bülent Uçar, dem sie von dieser Idee berichteten. Gemeinsam entwickelten sie das Profil und die Strukturen des späteren Studienwerkes. Zusammen mit Siham Fet-Tahi und anderen ehrenamtlichen Unterstützern bereiteten sie die Gründung des Begabtenförderungswerkes vor. In der Zwischenzeit konnte das Vertrauen zahlreicher muslimischer Institutionen gewonnen werden. Nach fast zwei Jahren Vorarbeit wurde das Avicenna-Studienwerk im März 2012 als Verein in Osnabrück von 13 Gründungsmitgliedern ins Leben gerufen. Seit der Vereinsgründung engagieren sich eine Vielzahl von Wissenschaftlern und Organisationen in den Gremien des Vereins. Durch die Einstellung von Mounir Azzaoui als ersten hauptberuflichen Geschäftsführer, großzügige Spenden und eine Förderung durch die Stiftung Mercator, konnte die Initiative auf stabile Beine gestellt werden.

Ein Meilenstein war die offizielle Anerkennung des Avicenna-Studienwerkes durch die Bundesbildungsministerin Prof. Dr. Johanna Wanka: Am 16. Juli 2013 wurde das Studienwerk in die Reihe der vom BMBF anerkannten und geförderten Begabtenförderungswerke in Deutschland aufgenommen. Die Geschäftsstelle in Osnabrück wird mittlerweile durch Hakan Tosuner geleitet. Seit Mitte Februar 2014 können sich begabte und gesellschaftlich engagierte junge Muslime beim Avicenna-Studienwerk um ein Begabtenstipendium bewerben. Mit der Aufnahme der ersten Stipendiaten verwirklicht sich die ursprüngliche Gründungsvision. Gleichzeitig öffnet sich dadurch ein neues Kapitel: Die zukünftige Geschichte des Avicenna-Studienwerkes schreiben die Stipendiaten.

Impressionen von der Eröffnungsfeier hier

Offizielle Internet-Seite des Avicenna-Studienwerkes hier 

(Ende)

IIT kooperiert im Erasmusprogramm mit der Universität „29 Mayıs Üniversitesi“ der Diyanet-Stiftung in Istanbul (Türkei)

Das Institut für Islamische Theologie an der Universität Osnabrück baut seine internationalen Beziehungen weiter aus. Im Rahmen der Summer School des IIT vom 14. bis 20. April 2014 in Istanbul und Bursa (Türkei) wurde ein Erasmusabkommen mit einem weiteren bedeutenden internationalen Kooperationspartner, der Universität „29 Mayıs Üniversitesi“ in Istanbul, abgeschlossen. Die Studierenden beider Universitäten bekommen somit die Gelegenheit, Teile ihres Studiums jeweils an der akademischen Einrichtung des Kooperationspartners zu absolvieren und über den Austausch mit dem akademischen Kader und den Studierenden wichtige Kontakte für den weiteren akademischen Werdegang zu knüpfen. Darüber hinaus ermöglicht das abgeschlossene Abkommen auch den Austausch des Lehrpersonals. 

„Wir sind froh und stolz, dass es uns gelungen ist, einen weiteren Kooperationspartner im Rahmen des Erasmusprogramms zu gewinnen und unser Kooperationsnetzwerk auf internationaler Ebene um ein weiteren wichtigen Partner zu erweitern,“ sagte der Direktor des IIT, Prof. Dr. Bülent Ucar, zu diesem Anlass. „Dies wird zweifelsohne zur Befruchtung, weiteren Professionalisierung und Qualitätssteigerung des Lehrbetriebs beitragen, aber auch den Studierenden die Möglichkeiten geben, Auslandssemester im Rahmen ihres Studiums zu absolvieren, von der Lehre und dem Lernangebot am jeweils anderen Standort zu profitieren und Erfahrungen zu sammeln,“ so Prof. Ucar weiter.

Den Abschluss dieses Abkommens begrüßte auch der ehemalige Chef der türkischen Behörde für religiöse Angelegenheiten (Diyanet,) Prof. Dr. Tayyar Altikulaç, ein ausgewiesener Kenner und weltweit anerkannter Experte im Bereich der Forschung zu Koranmanuskripten und betonte, dass dieses Abkommen den Studierenden vom IIT die Möglichkeit eröffne, in einen vertieften Kontakt mit den traditionellen Inhalten und Formen der islamischen Gelehrsamkeit zu kommen. Dies sei besonders im Hinblick auf die Etablierung der islamischen Theologie als neuen universitären Faches in Deutschland wichtig und stelle zudem eine hervorragende Gelegenheit dar, die geltenden wissenschaftlichen Standards im Westen mit der traditionellen Inhalten und Formen der islamischen Lehre und Wissensaneignung miteinander zu verbinden. Die hohe inhaltliche Qualität im Studium sei den Studierenden somit garantiert und es stelle ein Privileg dar, in Osnabrück zu studieren," so Prof. Altikulaç.

Die Universität „29 Mayıs Üniversitesi“ ist eine Stiftungsuniversität der Diyanet-Stiftung, die ihre Arbeit als Stiftung der staatlichen Religionsbehörde Diyanet durchführt. Die Bedeutung dieser Universität besteht darüber hinaus darin, dass sie das Zentrum für Islamische Studien (İslam Araştırmaları Merkezi – İSAM) beherbergt, welches über eine umfangreiche, aus ca. 231.000 Bänden, 3.500 Zeitschriften und 19.400 sonstigen Dokumenten bestehende Bibliothek zur islamischen Theologie und Islamwissenschaft verfügt. Mit diesem Abkommen eröffnen sich vor allem den Studierenden am IIT hervorragende Möglichkeiten, auf diesen Wissensschatz zurückzugreifen und ihr Studium der islamischen Theologie erfolgreich zu absolvieren.